Samstag, 27. Dezember 2008

juan de eco

Der alte Dieselmotor knattert geduldig, wir fahren flussaufwärts. Die Gischt sprizt, der Wind lässt uns die brennende Sonne nicht spüren. Wir sitzen vorn, Juan, Jorge und ich. Und während sich die Kameras der Touristen mit Bildmaterial von Fischreihern, Goldwäschern und Djungelvegetation füllen erzählt uns Juan seine Geschichte.
Ja, die Faszination, den eigenen Pflanzen beim Wachsen zuzusehen, die kenne ich gut. "Ich weiss es noch genau: mein erster Gemüsegarten." spricht Juan und seine Augen verraten uns, dass er es tatsächlich noch weiss. "Das war nicht nur ein Gemüsegarten, das war der Anfang. An diesem Gemüsegarten bin ich erwachsen geworden. Dieses Gemüse hat mich hierhin gebracht. Ohne dieses Gemüse würden wir alle nicht in diesem Boot sitzen. Doch, ich will von vorne anfangen.
Neun Jahre war ich alt und kümmerte mich um meine Pflanzen, wie andere Kinder um ihre Haustiere. Meine Patentante aus Iquitos hatte mir Samen geschenkt: Tomaten, Zwiebeln, Zorn und Zukunft. Und ja, das war durchaus eine Seltenheit. Mais hatte jeder, Tomaten und Zukunft nicht. Von Mais ernährt sich die ganze Welt, aber in meinem Garten wuchs etwas besonderes. Und so behandelte ich es auch. Jeden Morgen, noch vor der Schule, stand ich an der Pumpe und versorgte die Pflanzen.
Wie sich die Keime durch das Erdreich an die Sonne arbeiten, Ihre Blätter entfalten und... nunja, das ist ein bekannter Prozess, ich will euch nicht langweilen. Stellt euch einfach die Freude eines neunjährigen an, der seine eigenen Tomaten reifen und sich röten sieht. Stellt euch vor, wie er sieht, wie uns die ganze Nachbarschaft Besuche abstattet und meiner Mutter Eier, Käse, ja sogar Münzen zustecken und mit dem Gemüse abziehen. Stellt euch vor wie dieser neunjährige sich ausmalt, was er sich mit dem Geld kaufen würde, das er mit seinem Gemüse verdient.
Ein Hemd, vielleicht richtige Schuhe - bis dahin kannte ich nur Ojote*.
Aber: Meine Mutter kaufte den bitter nötigen Kochtopf und den Rest benötigte mein Vater um... Dazu später mehr, Nächste Episode:
Mein Vater baute Mais an, grosse Felder voller Goldgelber Kolben. Ich sah, wie er das machte, ich half ihm. Ich half ihm Säen, Ernten und Verkaufen. Eine Libra für einen Nuevo Sol, das war der Preis damals. Ich beschloss also, auch Mais anzubauen. Ich erbat mir ein Stück unbenutztes Land, kaufte mir eine grosse Tüte Mais und brachte ihn mit Hilfe eines Schulfreund unter die Erde. Drei Monate sehe ich ihnen beim Wachsen zu, dann sind sie weg. Mein Vater habe sie wohl geerntet, sagt mir meine Mutter, nun sei er im Dorf.
Mit dem Mais ist auch der Zorn gereift. Als mein Vater abends betrunken zurück kommt bin ich schon nichtmehr da. Aber in Killabamba, wohin ich flüchtete, kann ich auchnicht bleiben. dort will man den kleinen 10jährigen nicht auf den Kaffeeplantagen arbeiten lassen, weil er nicht schleppen kann wie ein Erwachsener. Also stehe ich nach zwei Wochen Abwesenheit wieder zuhause vor der Tür.
Damit soll es aber nicht zuende sein. Kleine Juan stellt merkwürdige Fragen und dreht nachts anstatt zu schlafen Schnüre aus Maisstroh und Plastiktüten um sich ein paar Sol Reisegeld zu verdienen. Wieviel eine Mahlzeit in Cuzco kostet? Warum willst du das wissen? Ich habe schon meine Gründe. Die zweite Flucht, ist also sehr viel organisierter, scheitert ebenfalls und ist doch ein Erfolg. Du bist nicht mein Vater! Ich will nicht mit dir leben! Solche Sachen musste sich mein Vater anhören, nachdem er mich geschnappt hat. Ob es ihn schmerzte, das weiss ich nicht, aber es musste aus mir raus, Ausdruck eines Feuers, das in mir brannte, und es bringt mich meinem Ziel ein Stückchen näher.

Man schickt mich zu meiner Tante. Aber auch in Cusco bin ich nicht lange zufrieden, reisse aus und arbeite in einem Restaurant, lerne Spanisch, dann Buchhaltung und Autofahren. Schnell ist mir das zu wenig, ich arbeite in einer Textilfabrik, wo ich die Maschinen bediene und bald meinen Chef vertrete, während dieser seinen Liebschaften nachgeht. Ich werde mit Pullovern und Socken bezahlt, die ich Abends verkaufe. Irgendwann - war es die nahende Inflation? - reicht Paar Socken nichtmehr für eine Mahlzeit und ich suche mir einen Bürojob, lerne Verwaltung und Englisch.

Die Zeit vergeht und ich werde 23. Ich statte meinen Eltern einen Besuch ab, ohne zu verraten, wo und wovon ich lebe. Meine Eltern essen immer noch Mais, wie die Hühner. Mein Feuer ist nochnicht ausgebrannt und ich schimpfe auf meinen Vater, will meine Mutter mit mir in ein besseres Leben nehmen. Doch, sei es gewohnheit, sei es Liebe, die Bande sind stark. Sie bleibt und ich komme günstig an viel Land am Rio Madre de Díos, das ich durch Verwandlung in ein Reservat vor gierigen Holzfällern und Mineros schützte; der Anfang dieser Lodge.



Eine Lodge zu gründen, das ist keine Sache von Geld. Nur auf Erfahrung und Mut, darauf kommt es an.




























*Ojote sind einfache, aber unverwüstliche Sandalen, die aus alten LKW-Reifen gefertigt werden

Freitag, 12. Dezember 2008

Brasilien, der Flaschengeist und das Ärgernis

Angefangen hat es wie immer. Ich sitze im Auto, schwitze und starre auf die vorbeirasende Tropenvegetation. Keine frische Luft wegen Staub, kein Astor Piazolla wegen Kumbia in voller Lautstärke, und kein Buch wegen fehlendem Asphalt und ausgelutschten Stossdämpfern. Iñapari, Assis - Stempel hier, Stempel da; ich suche mir ein Hotel.
"Seife benutzen wir nicht.", Handtuch ist auch nicht vorhanden. Auch gut, ich trockne mich mit der Bettwäsche ab und fliehe aus dem potthässlichen, vollverkachelten Hotelzimmer auf die Plaza* zum Briefe schreiben. Es ist schon dunkel, die Strassenlaternen ziehen die versammelte überdimensionale tropische Insektenschaft an und alles was kein Ziel oder kein Zuhause hat sitzt still auf Holzbänken an der Plaza. Grüppchen von Grenzdorfjugendlichen und Taxifahrern okkupieren ihre Stammplätze, ein kleiner bärtiger Mann geht herum und spricht die Leute an.
Einen jungen Mann, dem Anschein nach Peruaner, dann mich. "OLÁ!" Der süsslich-angebrannte Geruch von billigem Zuckerrohrschnaps begrüsst mich. Der Mann der den Geist aus der Flasche bezwungen hat richtet seinen Silberblick stur auf mich. Er hat ein abgetragenes blaues Hemd am Leib, trägt einen grauen Bart, eine Schirmmütze und ein Bündel an einem Stock. Er spricht portugiesisch - natürlich -, viel verstehe ich nicht. Er will wohl, dass ich mit ihm zusammen wandere. Über die Grenze. Das sei billiger als das Taxi. "Belleza?" Er deutet in den Himmel, sagt, Gott werde ihn beschützen. "Ich verstehe dich nicht." und ich will auch nicht mit dir wandern. Eigentlich will ich nur einen Brief schreiben. "Belleza?" Nein! "Ich verstehe nicht." "Eine Freude dich kenne zu lernen. Ich gehe etwas essen, etwas essen. Gleich komme ich wieder. Bleib einfach hier sitzen, einfach hier sitzen bleiben. Und morgen wandern wir zusammen. Das ist billiger als das Taxi. 4 Reais. Soviel. Man kann einfach wandern. Morgen wandern wir zusammen. Bleib einfach hier sitzen. Belleza?" Ich bleibe sitzen. Er geht.

José Ortega Ayamuri, Peruaner, gerne auf Reisen. Aber das ist garnicht so einfach. Er hat gemerkt, das ich den besoffenen Penner auf Spanisch abgewimmelt habe und setzt sich zu mir. Er ist ein bisschen frustriert. 10 Tage durch Brasilien reisen, ein Land wie ein Kontinent. Lateinamerikanisch und doch anders, einfach fremd. Und dazu riesengross. Schöne Frauen, vielfältige Natur, fettiges Essen. 10 Tage nach São Paulo und zurück, die Welt zu Füssen, so hatte er es sich vorgestellt. Warum genau sie ihn nicht rein lassen, er weiss es nicht, sagt er. Einen Tag dürfe er in Assis bleiben, dann gehe es zurück nach Peru. In Chile und Equador sei ihm das auch schon passiert. Als Peruaner bekomme man einfach kein Visum. Nirgendwo. Einmal, ohne Visum unterwegs, habe man ihn sogar polizeilich abgeführt und zur Grenze gefahren.
"Die Leute glauben, die Peruaner wollten aus ihrem Land fliehen. Eine neue Arbeit, ein besseres Leben finden. Aber das will ich garnicht. Ich will einfach nur mal über mein Land hinausschauen, ein bisschen Reisen. Ein bisschen von der Welt sehen und wieder nach Hause. Ich mag meine Heimat."
Morgen geht es nach Hause. Wieder zurück.
Ich werde mit ihm fahren. Der Grenzbeamte wird mir 30 Tage geben. Das Minimum. 30 Tage. In einem Monat werde ich mich schonwieder um mein Visum kümmern müssen.Aber 30 Tage sind 30 Tage. Kann man sich da noch ärgern?




* la Plaza : der Platz. In der spanischen Kolonialarchitektur sind sämtliche Strassen im Schachbrettmuster angelegt, den Mittelpunkt einer Stadt bildet der "Plaza de Armas" (Waffenplatz), der meist gemeint ist, wenn von "la Plaza" gesprochen wird.

Samstag, 6. Dezember 2008

Cusco, die vorerst letzte.

Völlig abgespannt lasse ich mich auf die Rückbank eines Taxis fallen, lege meine vollen Taschen neben mich und atme ersteinmal tief durch. "Zum Plaza de Armas, bitte."
Wir entfernen uns vom Schwarzmarkt "La Molina", Fehlanzeige: Zippos gab es nurnoch mit Weihnachtsbäumen. Eine letzte Fahrt durch die Stadt, die mich für eine Woche beherbergt hat, vorbei an berstend vollen Märkten, Indiomamis, die am webend am Strassenrand sitzen oder Käse, Gebäck und Kräuter verkaufen. Rückkehr von der letzten Einkaufstour, in der ich meine letzten 50 Soles für Sachen ausgebe, die es in Puerto Maldonado in der Form nicht gibt: Honig, Schnaps und Farben.
Dann geht es meine schon gepackten Sachen abholen und ab zum Busbahnhof. Ein letzter Hauch kalter Andenluft. Morgen um 8 bin ich wieder im Djungel.

Advent, Advent...



Damit wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommt in 28° Dauersauna haben wir uns mächtig ins Zeug gelegt. In leeren Konserven dicke rote Kerzen aus eigens eingefärbten Wachs gegossen und aus dem Gras das Mannshoch vor dem Grundstück wuchert einen Kranz gebunden. Ein bisschen Weihnachten schwappt noch auf dem Postwege aus Europa herüber und ich fühle mich wohl. Nächstes Projekt: Plätzchen backen.

Donnerstag, 27. November 2008

Los Dibujos

Hostal "Muray Wasi" - Cusco

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Mumien, die Zweite


Museumswärter und Schulklassen waren begeistert, nun dürft auch ihr teilhaben. Mehr Leichen.

Sonntag, 23. November 2008

Immerhin kein Malaria

Den ganzen Tag schwitzend im Bett, ich schlafe, dämmere vor mich hin. Bis mein verfiebertes Hirn auf die Idee kam, das ganze photographisch festzuhalten war es schon zu Spät: Die Temperatur um zwei Grad runter, das ganze nurnoch wenig spektakulär. Wenig später stehe ich leicht benommen beim Arzt, bekomme eine fiebersenkende Spritze und einen Termin zur Blutuntersuchung am kommenden Tag.

Heute Abend steht die letzte der drei Injektionen an. Diagnose: Blasenentzündung. Da hab ich mich wohl zu lange zeichnend auf die kalten Steine gesetzt.

Ich arbeite dran

Eine Woche Ferien, Museen und Ruinen ohne Ende, drei Tage Party, drei Tage Geschenke Auspacken - mit und ohne Zollbeamtem - und nun komme ich endlich dazu mich ein wenig mitzuteilen. Zuersteinmal:

Vielen Dank für die viele Geburtstagspost und Email!

Ich werde natürlich alles beantworten, das jedoch kann noch ein wenig dauern.
Auch die Aufbereitung des Cuscoaufenthaltes konnte leider nicht in Echtzeit in Cusco geschehen, dafür war mir meine Zeit zu schade.
Wie schon Konfuzius sagte: "Geduld ist die Mutter der Porzellankiste."
Ich danke euch fürs Lesen.

Los Andes



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"un favorsito - ¿me puede tomar una photo?"




Donnerstag, 13. November 2008

Cusco, Touristen wohin man sieht

"Crack up your Nuts with San Pedro" ruft ein man mir in auffallend sauberen Englisch ins rechte Ohr. Ich sehe mich um. Ein Herr mit Hippiehosen und Vertretergesicht grinst mich an. "Legal hallucinogens. try and fly!"
Kleine Mädchen und dicke Mammis, ausgerüstet mit Püppchen, Handschuhen und Mützten lauern hinter jeder Strassenecke um dem schlendernden Touristen ihre Ware unter die Nase zu halten. Alle zwei Meter tönt es "Massage" oder "Information Touristico".
Der Plaza ist besetzt von Touristen - zur Hälfte Ausländer, zur Hälfte Peruaner.
Immerhin ist der Macchu Picchu ein Teil des Weltkulturerbes und 2007 von einer Privatkampagne in die Liste der "Neuen Sieben Weltwunder" aufgenommen worden, nach Abstimmung im Internet. Das Tourismusministerium schmiss sich ins Zeug und organiesierte durch die Strasse fahrende Internetcafe, in denen die peruaner fleissig für ihren Sonnentempel klickten. Mit Erfolg.
Machu Picchu ist eine der meistbesuchtesten Sites weltweit und erzielt stolze Preise.

Cusco, Nabel der Welt.

Nun gut, den Namen "Nabel der Welt" kann jeder Depp seiner Lieblingsstadt geben - siehe Osterinseln - doch Cusco war Hauptstadt des Inkareiches. Ein Imperium, dass sich über beinahe die gesamte Westküste Südamerikas erstreckte. Vom Süden des heutigen Columbien bis nach Santiago de Chile.

Ich habe ein Hostal auf der "Terasse Cuscos" bezogen. Morgens frühstücke ich mit Blick auf die Ziegeldächer Cuscos, tagsüber ziehe ich aus um das zu besichtigen, was von besagtem Imperium übrig geblieben ist: Kultur und Ruinen.
Stundenlange Busfahrten durch karges Andengelände. Der Weg gesäumt von, zum Teil bunt blühenden, Kakteen, Bromelien und der mächtigen Agavacea Maguey, deren Blätter sich riesenhaft über den Boden legen und deren Stamm sich durch Frost gebeutelt in den bizzaresten Formen in die Höhe reckt. Dahinter bauen sich Gruppen von Eukalyptus auf. Vor etwa 50 Jahren aus Australien importiert hat dieser Baum die einheimischen Bäume von den meisten Plätzen längst verdrängt und eine wichtige Ökologische Rolle eingenommen.
Da die Inkas ihre Tempel mit Vorliebe auf Bergen gebaut haben, habe ich schon die ein oder andere Stufe genommen um sie zu sehen: Inkaruinen, deren bezaubernde Schlichtheit fasziniert, seit die Spanier sich die prächtigen Goldfassaden mit nach Hause nahmen. Die "Inka" was auf Quechua soviel heisst, wie "geistige Führung" sind verschwunden, ihr Erbe aber lebt weiter. Die Peruaner sind gläubige Katholiken. In einem Geschäft lese ich das Schild "somos catholicos. no aceptamos propaganda de protestantos y otros sectos!" - "Wir sind Katholiken. Wir akzeptieren keine Werbung von Protestanten und anderen Sekten!". Doch der gleiche Peruaner, der täglich in die Kirche geht und betet, wir die ersten Tropfen seiner Chicha immer "pacha mama" - Mutter Erde - opfern.

Montag, 10. November 2008

casa de los antepasadores





















"they were eating, they were dreaming, they had children, now there here." flüsstert eine australische Touristin vor sich hin. Ich bin nicht der einzige auf den sie eine eigenartige Faszination ausüben, die Mumien aus dem "Haus der Ahnen". Vor Jahrhunderten einbalsamiert und in bizarre Päckchen gepackt, vor Jahrzehnten mitsamt ihrer Grabbeigaben in das Inkamuseum geschafft, wo sie nun Touristen faszinieren und befremden.


Sonntag, 9. November 2008

a Cusco die zweite

Der Parker hat gute Dienste geleistet, aber er reicht halt nur bis zu den Knien. Am Fusse der Anden haben wir unsere Übernachtung gemacht, aber kalt ist es auch hier schon. Es dauert ein weilchen, bis ich meine Zehen wieder richtig spüre. "Nos preocupamos por tigo, gringito." Ja ja, aber nach vier Monaten Tropen, ist das Klima hier angenehm erfrischend. Ich recke mein Gesicht in den Wind und geniesse die trockene Kälte.




Hinter dem Vorhang der Dunkelheit hat man die Djungelkulisse gegen eine ausgetauscht, die man getrost auch in den Alpen verwenden könnte. Die Vegetation wird karger, die Pflanzen kleinblättriger. Serpentine für Serpentine erklimmen wir die Berge. Die Sierra zeigt uns ihr berühmtes Antlitz.

a Cusco die erste

Endlich bewegen wir uns in Richtung Cusco. Ich spüre es förmlich, wie sich alles bekannte von mir entfernt. Ich breche auf in eine neue Welt.

Ein falscher Taxista hat uns 25 Sol abgelust, mir und vier meiner Mitreisenden. Hat uns schonmal hinter den Polizeiposten geschafft (mit dem Lastwagen fahren ist illegal) und ist dann mit dem Geld, das wir ihm leichtgläubig gegeben haben von dannen. Man beschuligt den eigentlichen Fahrer, schreit sich den Frust von der Seele, geht zur Polizei und muss schlussendlich doch einsehen, das es aussichtslos ist. Also starten wir. 6 Stunden zu spät.
Dann wird das Auto aufgeladen, zur Überraschung aller. Ein Kombi muss auchnoch Platz haben. wir beziehen Position und brausen los. Während nach und nach der Tag geht, das Licht schwindet, schlängelt sich unser Weg elegant durch den Urwald. Ich liege halb unter dem Auto, dass je nach Steigung mal ein Stück nach vorne rollt, und mal mir den Blick auf den Himmel wieder frei gibt. "El cielo es como un gran techo por todo el mundo. ¿verdad?" Er hat recht mein Reisegefährte, ein Philosophie studierender Baggerfahrer. Lächelnd bewundere ich unser Himmelszelt, bevor mich der Schlaf einholt.

Freitag, 7. November 2008

Baltimoria - Ein Tag mit der Angel

Der Regen sei schuld. Wir sitzen am Fluss, die Angel in der Hand, und warten. Ein Fischchen von stolzen vier Zentimeter Länge ziehe ich an Land. Ich bin der einzige. Wir warten, doch der versprochene Piraña lässt sich nicht blicken. Max wechselt das Ufer, wo der verdammte Fisch denn seie. Der Regen ist schuld, sonst fange man viel mehr, versuch Julio uns zu beruhigen. Ich geniesse das plätschern des Wassers, die leichte Brise, das alles bedeckende Grün, das Zwitschern der Vögel und das summen der Grillen. Hier, hinter einer Enge, geformt durch schwarzen glatten Fels, beruhigt sich der Fluss, verbreitert sich und schickt sein Wasser ruhig weiter, weiter in Richtung Amazonas.
Solche Fische gibt es hier. Don Vidar zeigt uns ein Gebiss. Die Angel über die Schulter geworfen, ziehen wir wieder ab.

Dienstag, 28. Oktober 2008

guacamayo y tucán















Die beiden sind in der Lodge "Corto Maltes" anzutreffen. Sie lassen sich nicht nur von ganz nah photographieren, sie fressen auch aus meiner Hand. Der Papagei Nüsse, der Tucan Rosinen. Der Papagei ist eine seltsame Erscheinung. Während er mich ansieht, wechseln ununterbrochen seine Pupillen ihre Grösse, ziehen sich zusammen, gehen wieder auf. Ich drehe ihm den Rücken zu und der sagt "¡Hálo!", ich drehe mich um und er starrt wieder nur, aus seinen irren Augen. Besonders nachts, wenn er an der Küchentür sitzt, sehr irritierend. Angeblich kann er auch "¡Callate!" sagen. Angeblich können aber auch Tucane nicht trinken, weshalb sie den Regen herbeisingen um, den offenem Schnabel in den Himmel, die dicken Tropfen aufzufangen. (eindeutig wiederlegt)

Montag, 20. Oktober 2008

Baltimoria - der goldene Strand


Als die Conquistadoren die damals hier lebenden Indios nach der Herkunft des Goldes fragten, zeigten diese nur auf den Fluss. Dem Fluss folgend drangen die Spanier tiefer und tiefer in den Urwald ein, setzten sich Strapazen aus und starben am Tropenfieber. Das erhoffte Gold fanden sie jedoch nicht. Es befand sich nicht am Ende des Flusses, sondern mittendrin. Stolz zeigt uns Julio, wie man das Gold wäscht. Er nimmt eine seine Schaufel, ein wenig von dem Sand, Kies und Matsch auf dem wir stehen, gibt Wasser dazu und beginnt mit kreisenden Bewegungen. Das schwere Gold sackt nach unten, erzählt er. Es ist nicht viel, doch man kann damit verdienen. 400 Schubkarren werfen etwa 5g ab, an einem Tag durchaus zu schaffen. Die Mineros, die Goldwäscher, die mit ihren hausbootähnlichen Holzflossen und grossen Saugrüsseln arbeiten, sind gemachte Männer. Erst neulich trug man unseren Freund Miguel von einer Geburtstagsparty zurück. Der Gastgeber war Minero, das relativ teure Bier floss in Strömen. Julio ist fertig, am Boden der hat sich ein feiner Glitzer abgesetzt: Gold, pures Gold. Um es verwertbar zu machen bindet es man mit Quecksilber, das die am Grund lebenden Fische verseucht, wir schmieren es uns auf die Haut, essen es. Es ist ein seltsames, magisches Gefühl über Gold zu spazieren. Kiloweise Gold, gut verteilt, aber allgegenwärtig.

Samstag, 18. Oktober 2008

sierra y selva


























Die schon lange überfälligen Aus-dem-Flugzeugfenster-Bilder. Der wunderschöne Ausblick während des Fluges von Lima nach Puerto Maldonado. Erst Küstenstreifen, costa, dann Gebirge, sierra und zuletzt, selva, Wald soweit das Auge reicht. Auf dem Flug von Madrid nach Lima verschlief ich die Brasilianische Küste und es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass wir nichtmehr über Meer fliegen, dass ich keine Wellen sehe, sondern einen Wald, einen unglaublich grossen Wald, die Blätterdächer des Südamerikanischen Regenwaldes.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Man habe alles versucht...

...sagte Pater Zea. Erfundene Geschichten aufzuschreiben sei in allen Kolonien verboten. Aber die Leute seien hartnäckig, und auch die heilige Kirche kenne Grenzen. Es liege am Land. [...] Ob er erzählen dürfe?
Humboldt seufzte.
Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt


""Ich will nicht mehr laufen! Ich will getragen werden!" so brüllte der Junge vor sich hin. Der Ausflug war lang gewesen, aber ein nörgelndes Kind war das letzte, was die junge Lehrerin gebrauchen konnte. Somal, die anderen liefen ja auch tapfer weiter. "Wenn du nicht aufhörst zu nörgeln, dann lasse ich dich hier im Wald!". Es half alles nichts, also beschloss sie der kleinen Nervensäge eine Lektion zu erteilen, liess ihn brüllend zurück und machte sich um ein paar Biegungen, bis man den Kleinen nicht mehr sah. Auch das Schreien hatte aufgehört, es hatte funktioniert. So dachte sie zumindest." Enrico arbeitet recht langsam, da er seine Hände zum erzählen braucht, aber wir verzeihen es ihm. Pflanztüten mit Erde füllend sitzen wir in einer Runde und hören ihm zu. Geschichten vom Chuyachaqui interessieren hier jeden."Als sie wieder zurückkehrte um das still gewordene Kind wieder abzuholen, nunja, da war es verschwunden. Erst schrie die Lehrerin wütend umher, dann durchsuchte sie unbeholfen und schuldbewusst den Wald. Mit einer Mischung aus Zorn und Sorgen ging sie dann schliesslich nach Hause. Sie verständigte die Kommune und die Polizei und mit verreinten kräften ging man das Kind suchen, ohne Ergebnis. Früh morgens schon brach man am nächsten Tag auf, das Kind zu suchen, ohne Ergebnis. Derweil wurden die Leute hoffnungslos, missmutig, schoben die Schuld auf die Lehrerin. Ein Kind allein im Wald zu lassen, unverantwortlich. Die Lehrerin selbst vom schlechten Gewissen geplagt, begab sich zu ihrer letzten Hoffnung, einem alten Hexer. Dieser hörte sie an und bat, ihn an die Stelle zu führen, wo das Kind verschwunden war. Man führte ihn dort hin und er setzte sich nieder, lockte die Naturgeister und befragte sie. Der Verdacht bestätigte sich: Der Chuyachaqui hatte sich das Kind genommen. Zwei Tage fastete der alte Hexer, sass im Wald und nahm Kontakt auf zu dem Wald und seinen Geistern, Dämonen und wandernden Seelen, bis sie ihm verrieten, wo das Kind zu finden sei. Die Polizei hatte die Suche schon beendet, doch jetzt schimmerte Hoffnung auf. Man machte sich an besagte Stelle und lauerte. Drei starke Männer versteckt im Gestrüpp des Urwaldes, alle bemüht den Chuyachaqui nicht zu erschrecken, und dann: Es knistert im Gehölz. Irgendjemand oder irgendetwas nähert sich, was genau, das ist bei dem durch die Urwalddecke gefiltertem Sternenlicht kaum zu erkennen. Man stürzt sich auf die kleine Gestalt, wirft sie zu Boden. Mit unbändiger, ja, nicht menschlicher, auf jeden Fall aber nicht kindlicher Kraft wehrt sich der Kleine, schüttelt sich und beisst wild zu. Er brüllt wie am Spiess, bricht einem der Männer die Elle und wäre fast entkommen, doch nun hat man ihn. Das Licht der Taschenlampe zeigt, mit wem man gekämpft hat. Es ist der verlorengeglaubte Junge. Er fletscht die Zähne, seine Haut ist behaart. Noch zwei Tage sagt der Hexenmeister und er hätte sich in einen Affen verwandelt. Jetzt müsse er schnell nach Hause gebracht werden. Der Junge wird eingesperrt. Zwei Tage und Nächte randaliert der kleine, schreit pausenlos, lässt die besorgten Eltern nicht schlafen. Der Hexenmeister sitzt vor der Zimmertür und singt. Singt, raüchert und trommelt. Dann ist Ruhe. Der Hexenmeister verwehrt den Eintritt, es sei noch nicht Zeit. Erst als der Junge wieder anfängt zu schreien fährt ein Lächeln über seine Lippen. Er schreit, doch er schreit nicht nur, er ruft. Die ersten artikulierten Worte, die seit drei Tagen aus dem Zimmer kommen. "Mama! Ich habe Hunger!". Der erschöpfte Junge fällt in die Arme seiner erleichterten Mutter. Seine Behaarung ist verschwunden, der Chuyachaqui hat ihn losgelassen." Wortlos stopfen wir die letzten Tüten. Die Mutter ist die Schwester der Ingeniera, der Vorgesetzten, sie hat das behaarte Kind mit eigenen Augen gesehen. Willi und Percey nicken zustimmend. Sie glauben wirklich an den Chuyachaqui, bekennen sie. Willi weiss zu berichten, sein Onkel habe ihn auch schon gesehen. Eine kleine Gestalt mit grossen Füssen die im Wald sass und nicht auf Rufen und Winken reagierte. Seinen Sombrero, den er einst einem spanischen Bauern abgenommen hat, der sich in seinem Wald breit machen wollte, auf dem Kopf starrte er sie an. Dann war er verschwunden. Ja, den Chuyachaqui gebe es wirklich.

Freitag, 10. Oktober 2008

Andere Seite der Welt, andere Erfahrungen.

An dieser Stelle möchte ich auf den Blog meines Freundes Moritz hinweisen.
Er reist zurzeit durch Australien, doch am bester erzählt er euch das selbst:
guidelines to get lost

Kommentare sind erwünscht.

Zwar fliegt mir das ein oder andere Feedback auch so ins Haus, aber ein paar Kommentare würden nicht schaden, damit ich mich gewürdigt fühle und weiterschreibe.

Fleiss in Person.

Der liebe Zivi hat nicht nur seine Familie und Freunde gut versorgt, sondern auchnoch für die braven deutschen Spender geschrieben.
Zu sehen hier:
http://www.regenwald-peru.de/
Unterpunkt: Zivis und Praktikanten

Donnerstag, 9. Oktober 2008

keine sorge...

Ich wandere in Richtung Markt und: ein Mann hastet an mir vorbei, gefolgt von einem weiteren, zwei weiteren, drei, vier, einer ganzen Meute. Sie kriegen ihn und schlagen ihn zu Boden, Fäuste hageln auf ihn herab, Tritte landen in seiner Magengrube. Mit Hilfe der Bewohnerin rettet er sich in das Haus, vor dem er kauert. Die Meute schreit, man solle ihn rausrücken. Immer mehr Menschen strömen herbei, die Strasse ist voll wütender oder schaulustiger Leute. Doch die Polizei ist gerufen, das Haus wird gegen Selbstjustiz verteidigt.Eine Weile lang wird sich angeschriehen, dann ist sie da die Polizei. Doch eigentlich möchte man ihn nicht gehen lassen, den Dieb, wirft ihm Steine nach und blockiert den Weg. Erst mit dem eintreffen des Streifenwagens wird das Spektakel aufgelöst.
Diebstahl, so erfahre ich später am Frühstückstisch, ist erst ab einer Summe von 1000 Nuvos Soles strafbar. Gefangene Straftäter werden also einfach wieder freigelassen. Bevor der Dieb also ungestraft davon kommt schlägt man ihn lieber selbst ein paar Zähne aus oder zündet ihn gar an.
Selbst einen Bürgermeister in der Nähe von Puno, dem man Korruption vorwarf knöpfte man sich vor, übergoss ihn mit Benzin und verbrannte man kurzerhand.Die Anschuldigungen waren falsch, der Bürgermeister Asche.
Ein Waldbesitzer in der Nähe von Rio Piedras bekam Grenzstreitigkeiten mit den angrenzenden Bauern, die in seinen Wald eindrangen und sich an seinen Castañas bedienten. Also begab sich ebendieser zum Bürgermeister, damit dieser ihm bei seinen Problemen beistehe. Ganz zum Missfallen des Waldbesitzers schlug sich dieser aber auf die Seite der Bauern, also suchte sich jener neue Unterstützung. Leon Daza, ein alter Kollege, griff dann nach ein wenig finanzieller Zuwendung, sehr viel konsequenter durch, der Bürgermeister wurde mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Einer der in den Streitereien beteiligten Bauern folgte auf dem Fusse. Sicher, die Polizei versuchte Leon Daza dingfest zu machen, doch dieser versteckte sich inzwischen im Walde. Den Wald Perus kann man einfach umstellen oder durchkämmen, es ist nicht ein Wald, es ist der Wald. Leon Daza blieb also im Wald, schoss abundzu auf Boote, die sich ihm über den Fluss näherten und wurde langsam zum Mythos. Leon Daza dachte man, von der schwarzen Liste seines ehemaligen Kollegen nichts ahnend, Leon Daza ist ein Verrückter, ein Teufel, un Diabolo. Sein Ruf hatte sich langsam verselbstständigt und nährte sich aus sich selbst. Leute gaben sich als Leon Daza aus und verbreiteten Schrecken in den verschiedensten Ecken Madre de Díos: Porto Athuro, Infierno, Rio Piedras. Überall hatte man ihn gesehen, nirgends war er zu finden. Leon Daza war in seinem Wald verschanzt und schoss weiter Leute an. Sich Beschuss im Wald auszusetzen, das gefällt auch der Polizei nicht, so wurden es fünf Tote, bis man Leon Daza dingfest machte.
Eine junge Lehrerin sieht wie ihre Schüler von Ameisen gebissen werden und eilt zur Hilfe, schlägt die Ameisen von der Haut der Kinder. Zuhause sieht die Mutter die geröteten Stellen und fragt nach, die Kinder erzählen von Lehrerin und Schlagen, die Lehrerin wird angezeigt. Im Moment hat es den Anschein, als würde sie gute acht Monate in U-Haft sitzen, bevor das ganze letzendlich aufgeklärt wird.Leon Daza hat sich schon zu Wort gemeldet. Ihn mache solche Ungerechtigkeit wütend, er, der ja sowieso schon gemordet hat, werde ausbrechen und den Anwälten und Richtern, die dies zu verantworten haben einem nach dem anderen die Kehle ein Stück öffnen.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

er hat eindeutig gesagt: "bitte setzt mir ein maracuyahütchen auf."







































El jefe


Luis Farfan, Präsident der AAE, mein Chef, Bewohner der Zimmers über mir. Ob es daher kommt, dass er nicht nur mit uns arbeitet, sondern auch wohnt, kocht, isst, ausgeht? Man kann sich keinen relaxteren Chef vorstellen. Erster von sieben Sprössen, Sohn von Castañeros, Absolvent eines Landwirtschaftsstudiums in Lima. All das was er dort lernte: Düngerpläne, Einsatz und Wartung von Traktoren, Monokulturen und Pestizide; jetzt braucht er es nicht mehr. Vor fünf Jahren absolvierte er hier unter dem ersten Zivi sein Praktikum bei der AAE, fand gefallen an der Arbeitsweise, nachhaltig, plegearm, robust, und blieb. Nun hat er Don Pedro als Präsidenten der AAE abgelöst.

ein visum ist eine reise wert.

Drei Monate. Drei lange Monate sind schon vergangen. Doch das Fehlen von Jahreszeiten behindert das Zeitempfinden von eingefleischten Europäern enorm. Zwei Tage zu spät mache ich mich also auf nach Brasilien, mein Visum muss erneuert werden. Direkt aus Puerto Maldonado fahren Sammeltaxis direkt bis in die etwa vier/fünf Stunden erntfernte Grenzstatt Iñapari. Ausgerüstet mit Poesie, Roman und Lehrbuch steige ich ein und wir fahren. Wir fahren die Interozeanica entlang in Richtung Brasilien. Die Interozeanica, ein Mammutprojekt Perus, Brasiliens, sowie in kleinem Umfang auch Bolivien, soll eine Verbindung zwischen den beiden Ozeanen herstellen. Schleppend zieht sie sich durch die Selva. Immerwieder gibt es Rückschläge, die Asphaltdicke oder die Länge einer Brücke sind falsch berechnet worden. Als Hauptverkehrsader ist sie geplant, "El Perú Avanza" (mehr oder weniger: "Peru kommt vorwärts") wird geworben, über Vor- und Nachteile, beide erheblich, wird viel diskutiert. Noch aber rollt der weisse Toyota über eine Schotterpiste. Der Staub, vor dem man im Auto verschont bleibt, liegt wie Nebel über der Strasse, Baustellen und Drempel bremsen die Fahrt und die Windschutzscheibe der Taxis ist serienmässig von springendem Kies zerschossen. Wir fahren und fahren. überall wird an der Stasse gearbeitet, tags, nachts, mit schwerer Maschinerie und mit dem Spaten. Wir fahren, ich lese oder schaue aus dem Fenster, lasse die Arbeiter in orangen Overalls, die Waldränder und die weidenden Kühe an meinen Augen vorbeiziehen. Eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden. Die Comunidades ziehen an uns vorbei. Planchon, Alegría, Ibéria, San Martin . Und dann, kurz vor der Grenzstatt Iñapari, fängt sie an: die Interozeanica wie sie sein sollte. Es wird ruhig, wir rollen über Asphalt. Draussen ist es längst dunkel, doch nun bewegen wir uns wie über ein Rollfeld. Das Fernlicht des Taxifahrers reflektiert sich in den Strasseneigenen Reflektoren und zeigt uns auf etwa einen halben Kilometer deutlichst, wohin unser Weg führen wird. So bewegen wir uns gemütlich und schnell bis Iñapari, von wo ich ein anderes Taxi, zum Kaum zwei Kilometer entfernten Assis in Brasilien nehme. Stempel in den Pass, kein Problem. Dem Hotelbesitzer klarmachen, dass ich kein Handtuch habe und gerne eine Quittung hätte, schon eher. Die Brasilianer sprechen ungefähr soviel Spanisch, wie die Peruaner Portugisisch (Etwa soviel wie die Deutschen Dutsch. Die Niederländer sollte man an dieser Stelle mal kräftig loben). Irgendwie klappt es aber trotzdem und irgendwie gefällt es mir gut hier. Ich sammle einen von den "Nashornkäfern" ein, die, gut sieben Centimeter gross, hier um die Strassenlaternen schwirren, wie in heimischen Gefilden Motten, und spaziere durch das nächtliche Assis. Ein kleiner, aber wunderschöner Park, gepflasterte Strassen, bunte Häuser, Sauberkeit.
Den morgen verbringe ich briefeschreibend in der Idylle des kleinen Parks. Dann geht es zurück: Einreise in Brasilien, Ausreise aus Brasilien, Einreise in Peru. Vollgeladen mit brasilianischen Süssigkeiten und Cachaça, und einem neuen Visa mache ich mich auf den Heimweg. Bis in zwei Monaten.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

relámpago

Ein Blitz erleuchtet die Wolken. Im Viersekundentakt erhellen Wetterleuchten den Himmel. Ich sitze auf dem Feld und starre in den Himmel, voller Vorfreude auf die nächste Entladung. Ein neuer Blitz, ein neues, einzigartiges Bild ergibt sich.
Ein Augenblick, viel zu schön um ihn alleine zu verbringen.

Montag, 8. September 2008

baltimore

Mother jungle, sholl me your secrets and give me knolage....
sing for me,i want to know you,
fell you,
protect you ,
and learn about you...I want see,in to your eyes.



Längst ist alle Müdigkeit ausgeschlafen, alle Ungeduld verflogen. Ruhig knattert der schwere Motor und schiebt den langen Kahn behäbig flussabwärts. Ich sitze auf der Bank, eingehüllt in die Behaglichkeit meines Parkers. Sitze und sehe aufs Ufer, wo der mächtige Urwald sich auftürmt, zu dieser späten Stunde kaum mehr als eine dichte dunkle Masse, die sich mitsamt ihres Spiegelbilds gegen die mondbeleuchtete Wolkendecke abhebt. Ich weiss, dass der Jaguar jetzt seine Runden zieht, ich habe seine Spuren am Strand gesehen, ich weiss, dass der Wald Zuhause der zahlreichen Papageien ist, die ich gesehen habe, ich weiss, dass dort die seit 500 Jahren die mächtigen Lupunabäume stehen, behängt mit schweren Lianen, Durchmesser wie Speiseteller, ich weiss, dass der Wald von Leben wimmelt, dass kein Quadratzentimeter unbewohnt bleibt in Mutter Djungel. Doch jetzt zieht er schwarz an mir vorbei. Die Kulisse einer Bootsfahrt. Hinter einer Flussbiegung sind Lichter zu erkennen, gelbe, weisse, der Fernsehturm. Puerto Maldonado, wir sind daheim. Zurück aus den Eingeweiden der Selva.

Dienstag, 26. August 2008

¿que hace alla?

Diese Frage scheinen sich schon viele gefragt zu haben und so ganz ist sie auch nie geklärt worden. Schon vor meiner Abreise war es nicht einfach zu erklären, dass ich nicht "Die Bäumeklopfer klopfe".
Am besten beginnen wir mit der Frage: ¿Wo macht der das überhaupt?

Zum Ecocentro, wo ich lebe und arbeite, gehören 7 Hektar Land (das Ecocentro 2). Diese liegen praktischerweise auf der anderen Seite der Strasse, etwa 10 bis 15 Minuten fussweg entfernt. Diese bestehen (nach dem Konzept der AAE) aus drei Bestandteilen:

Einem Stück Wald (leider kein Primärwald, aber inzwischen wieder stattlich herangewachsen), der keiner weiteren Pflege benötigt. Der Wald steht dort nicht nur für das Weltklima, sondern hat auch seinen praktischen Nutzen. Nach Bedarf kann ihm Holz oder Bambus zum Häuserbau entnommen werden. Grössere und ältere Wälder, wie sie die Bauern in den Nukleos besitzen können durchaus auch zur Jagd und zum Sammeln von Kräutern benutzt werden.

Ein Stück ist als Agroforstwirtschaft vorgesehen. Dort sollen Holz- und Fruchtbäume für die spätere Nutzung wachsen. Die ausgewachsenen Bäume werde ich leider nicht mehr erleben. Bäume brauchen ihre Zeit, etwa vier bis zehn Jahre sind je nach Baum eingeplant bis dieser mit der Produktion anfängt. Momentan wachsen dort zwischen den meist kaum einen Meter grossen Bäumchen prächtige Bananenstauden unterschiedlichster Sorten, die fleissig produzieren und Gemüse und Kräuter wie etwa Tomaten, Zwiebeln, Salat und Petersilie. Unsere Arbeit in diesem Teil beschränkt sich, neben dem Ernten, auf das gelegentliche Giessen und Befreien der Bäumchen vom Cuzú, der von uns eingesetzten Legominosen, die die nützliche Eigenschaft hat jegliches Unkraut (und natürlich auch jede Kulturpflanze, wenn man sich nicht um sie kümmert) ungefragt zu überwuchern und an seiner freien Entfaltung zu hindern.

Den dritten Part bildet das plane Feld, auf dem die Kultur- und Nutzplanzen wachsen. In einem Feld wächst beispielsweise Mais zusammen mit leider misslungenen Gurken und Wassermelonen, auf einem anderen werden Mandarinenbäumchen zum Aufpropfen und verkaufen grossgezogen, ein weiteres ist für Reis vorgesehen. Weitgehend plegelos wachsen im Agroforstwirtschaftsbereich verschiedene Bohnensorten und auch die Samen des Cuzú erzielen auf dem Markt ihren Preis.



Das all dies bei Zeit geerntet werden muss versteht sich eigentlich von selbst. Es werden Beete angelegt, Pflanzen in Keimbeeten grossgezogen und umgepflanzt. Junge oder gerade umgepflanzte Pflanzen müssen gegossen werden. Alte Pflanzen werden vom Cuzú befreit, dort wo er nicht eingsetzt wird dem Unkraut mit der Machete der Gar ausgemacht. Momentan wird ein für Reis vorgesehener neuer Bereich Meter für Meter mit der Machete dem Erdboden gleich gemacht, hier wird später ein Feuer sein übriges tun, wenn alles gut läuft zum letzten Mal.
Das also ist die Arbeit auf dem Feld: Einsammeln, Hacken, Graben, Pflanzen, Wasser tragen und mit der Machete allem ungewünschten (pflanzlichen) den Gar ausmachen.
Hinzu kommen Schälen von Bohnen, Castañas oder Bananen für den weiteren Gebrauch, Bauen von Hühnerställen, Wassertanks, Mobilar und Keimbeeten und seltenen Arbeiten, wie die Kontrolle eines Feuers.

Zum Teil ist dies schwere Arbeit. Vor allem das Macheten durch gut drei Meter grosses "Unkraut" oder das Auflockern angetrockneten Bodens mittels Spitzhacke sind nicht wenig anstrengend und selbst das Sammeln praktischerweise auf Hüfthöhe wachsenden Cuzúsamen kann unter der tropischen Sonne schweisstreibend sein. Doch es macht Spass. Nicht zu letzt, die selbst angepflanzten Bohnen und Bananen auf dem Mittagstisch wiederzufinden ist eine wahre Freude.



Donnerstag, 21. August 2008


"Man soll nicht zündeln, Feuer ist gefährlich!" Wer hat ihn nicht schon oft gehört, diesen Satz. Aber wer hat ihn auch begriffen, wirklich verstanden? Natürlich wusste auch ich, dass Feuer gefährlich sein kann, sich je nach gegebenheiten rasend ausbreitet und einem dem Weg versperren kann. Aber es erleben ist etwas anderes.


Ein Feld war von Unkraut befreit, das inzwischen, auf dem Boden liegend, gut trocken geworden war. Ein Feuer ist zwar nicht das Lieblingswerkzeug der AAE, ein Werkzeug ist es dennoch und es kann mit Mass und mit Vorsicht überaus vorteilhaft eingesetzt werden. Da wir das Feld für den Gebrauch vorgesehen hatten, machten wir uns also an die Vorbereitungen. Wir legten schon Tage vorher Pfade rund um das Feld an, die das Feuer nicht passieren kann, organisierten Unterstützung zur Kontrolle des Feuers, Trugen ausreichend Wasser an Land, besorgten kühle Getränke, kauften Benzin und bastelten Fackeln.

Und dann geht es los. Die fackeln werden angezündet, man verteilt sich und steckt die knochentrockene Landschaft in Flammen. Mit rasender Geschwindigkeit wachsen mannshohe Flammen und breiten sich über das ganze Feld. Man muss sich beieilen, schneller als das Feuer zu sein. Die Hitze ist unerträglich, der Rauch treibt einem Ströme von Tränen über die Wangen.
Es dauert nicht lange und das Spektakel, oder zumindest der beängstigende Teil ist vorbei. Man löscht kleinere Brandherde an den Rändern des Geschehens mit Stöcken, nässt vor sich hin schwelende Haufen und die Grenzen des Feuers. Langsam zieht man sich zurück. Es ist getan.


Auch wenn wir mehr Sorgfalt in die Kontrolle des Feuers gesteckt haben, als dies üblicherweise der Fall ist (Schnell ein Feuer legen, bevor die Mittagspause beginnt ist übliche Praxis), hat es doch geschafft, was elterliche Erziehung, kursierende Horrorgeschichten und profundes Wissen nur ansatzweise zu bilden vermochten:

Echten Respekt vor Feuer.

Montag, 18. August 2008

victor se fue

Der gute Viktor hat sich auf seine Reise nach Equador gemacht. Dort wird er seinen Onkel besuchen und in die Heimat zurückkehren. Aufbruchsstimmung, Abschiedsstimmung und ein bisschen Heimweh kommen auf. Von Viktor habe ich viel gelernt. Und er hat in meiner Eingewöhnungszeit gut gedolmetscht. Ich hoffe er kann seine Pläne verwirklichen und wir sehen uns irgendwann einmal wieder.

Sonntag, 17. August 2008

Wer schon einmal Ferien in Spanien gemacht hat wird wohl wissen, dass es durchaus Gegenden gibt, in denen Ameisen eine grössere Präsenz besitzen als in unserern kalten heimischen Gefilden. In den Tropen ist nicht nur ihre Anzahl erheblcih grösser, sondern auch ihre Vielfalt. Im Land der Biodiversität gibt es unzählige verschiedene Sorten. Kleine, von der grösse eines Stecknadelkopfes, grosse, bis etwa 3cm habe ich schon gesichtet, rote (mit den Grossen, die schmerzhaftesten) und viele andere, wie etwa die mit massiven Kiefern ausgerüstete Blattschneiderameise.
Mit die sagenumwogenste Erscheinung sind aber die Chitaracos. Die Chitaracos sind ein Wandervolk. Nach und nach grasen sie Millimeter für Millimeter eine Gegend ab und nehmen alles mit was sie interessiert. Ihr Interesse wecken vor allem Eier anderer Insekten wie etwa andere Ameisen, Termiten, Bienen oder Wespen (die alle in der gleichen Fülle vorhanden sind wie Ameisen). Und hier setzt die Mythe ein.
Die Chitaracos nehmen die Eier mit in ihren, zwar mobilen, aber dennoch eindrucksvollen, Bau und behandeln sie dort so lange mit Hormonen, bis die Eier ausschlüpfen. Und was schlüpft aus den Eiern? Hier gehen die Erzählungen auseinander. Einige sagen Chitaracos, andere wiederum willenlose Insektensklaven, die den Chitaracos ihre Dienste erweisen. Auf jeden Fall aber brüten die Chitaracos auch ihre eigenen Eier aus und zwar in lebenden, aus Ameisen bestehenden, Fussballgrossen Säcken, die von Bäumen hängen.
Der ein oder andere will einen solchen Sack schon einmal gesehen oder auch mit Pfeil und Bogen durchschossen haben (worauf die Eier wie Reis aus einem Sack zu Boden fielen), Ich kann jedoch nur von ihrem Auftauchen im Ecocentro berichten.
Während etwa eines Tages durchkämmten sie das gesamte Gelände und räumten so manch einen Bau eines Insektenstaates aus. Sie sind bis etwa zwei Zentimeter lang und die Krieger sind mit furchterregenden Kiefern bewaffnet. Das erschreckendste jedoch ist ihre ungeheure Anzahl, so wie ihr ebenso promtes Kommen, wie Gehen, die eine derartige Mythenbildung nur allzu verständlich machen.

Regenwaldrundbrief

Ich bin nicht der einzige der über unser Projekt schreibt. Mit viel mehr Tradition erscheint regelmässig der Regenwald-Rundbrief der deutschen Partnerorganisation der AAE, der
Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau zum angewandten Regenwaldschutz e.V., auf deren Website (http://www.regenwald-peru.de/) der interessierte Leser viel Information findet.

Der aktuelle Rundbrief befasst sich mit dem Thema Streik und ist hier zu finden:
Im Regenwald „der Teufel los“

Die Inbrandsteckung des Regierungsgebäudes soll sich fogendermassen vollzogen haben:
Ein Zug Demonstranten erreicht das Regierungsgebäude und fängt spontan an, nach Kawai, dem Regionalpräsidenten zu fordern. Die, das Gebäude sichernde, Polizei fühlt sich bedrängt, und fängt an, einen nicht gesicherten Nebeneingang des Gebäudes energisch mit zuviel Reizgas zu verteidigen, eben jenes Reizgas, das uns noch in einiger Entfernung die Tränen in die Augen trieb. Die Polizei wird überwältigt und falls verletzt zum Krankenhaus gebracht. Das Gebäude hingegen mit Benzin versetzt und durch Brandpfeile angesteckt. Die Schützen dieser Brandpfeile sind die Opfer der Misshandlung, von welcher ich berichtete.

Diese Neuigkeiten erreichten mich auf dem selben Wege wie die Geschichte vom Chuyachaqui und die Tatsache, dass eine Zitrone täglich gegen Schlangenbisse immun macht. Sie ist deshalb, auch wenn sie plausibel und realistisch klingt, mit der nötigen Vorsicht zu geniessen.

Donnerstag, 14. August 2008

hatte ich schon erwähnt,...

...dass ich gerne Post bekomme? =)
Wer über die überschüssige Zeit verfügt sei eingeladen mir zu schreiben.

Hernán Campos
AAE
Apartado de correos 114
Pto. Maldonado
Madre de Dios
PERÚ

Mittwoch, 6. August 2008

el chuyachaqui

Als wir letztlich, samenschälend, vor dem Haus sitzen, fangen urplötzlich die Hunde an zu bellen. Ein Junge von etwa 9 Jahren späht aus dem Gebüsch heraus. Erst ängstlich, gesellt er sich doch zu uns, als wir ihn herzlich begrüssen, streunende Nachbarskinder sind keine Seltenheit hier. Er setzt sich zu uns auf die Bank und wir sehen, er hat einen Arm verkrampft angewinkelt. Vermutlich eine Behinderung. Obwohl wir auf ihn einreden reagiert er nicht, starrt nur, den Rücken zu uns, in den Himmel. Wir unterlassen die Kommunikationsversuche und disputieren jetzt auf deutsch weiter. Der Junge scheint stark autistisch zu sein. So wie er gekommen ist geht er auch wieder, unvermittelt, kommentarlos.

So schon eine seltsame Begegnung.
Doch als wir Luis davon erzählen sagt dieser ohne zu zögern:
"Na klar, das war der Chuyachaqui. Der tritt häufig in dieser Form auf."


Um mein ungläubiges Gesicht nachvollziehen zu können sollte man nicht nur folgendes wissen, sondern sich auch darüber im klaren sein, das ich all dies schon wusste. Luis hat sich diese Geschichte also nicht ausgedacht, sie existierte schon.
Der Chuyachaqui also (sprich Tschujatschacki) ist ein Waldgeist. In seiner tatsächlichen Gestalt dem Pan der griechischen Mythologie garnicht unähnlich, zieht er es doch vor, insbesondere im Umgang mit Menschen, eine andere Gestalt anzunehmen. Seine Berühmtheit verdankt der Chuyachaqui seinem Hobby. Wenn die Männer tagsüber auf dem Feld arbeiten sucht er ihre Häuser auf und verführt ihre Frauen.
Selbst für mich, der ich mich einen rationalen Menschen schimpfe ist die ganze Angelegenheit ein wenig gruselig. Hoffen wir einmal, dass der Chuyachaqui weder deutsch spricht, noch die Fähigkeit (oder die finanziellen Mittel) besitzt, den Atlantik zu überqueren.

Donnerstag, 31. Juli 2008

el paro

Da es vielleicht nicht ganz durchgedrungen ist: der Streik ist vorbei. Es gibt immernoch diverse Reuniones (siehe Bild) um neue Gesetzesvorschläge auf den Weg zu bringen, aber der harte Teil, der Streik, ist vorbei.
Dafür hat sich ein Gerücht bestätigt: Die verhafteten Nativos sind in der Tat misshandelt worden. Mindestens ein gebrochener Schädel und eine Person mit zwei gebrochenen Beinen.
Auch wenn sich das andere Gerücht, dass in einem solchen Falle 1000 Nativos mit Giftpfeilen das Gefängnis stürmen nicht mehr bewahrheitet hat, ist es keine besonders gute Idee, Nativos zu misshandeln. Auf unsere Freunde aus dem Urwald haben Menschenrechtsorganisationen ein besonderes Auge geworfen.

Sonntag, 27. Juli 2008

la tarantula

Gestern Nacht hat eine Tarantel ihr Quartier in Sabines Zimmer aufgeschlagen, was diese nicht ganz so amüsant fand wie der Rest. Da aber die Tarantel weder Eier unter meine Zehennägel legt, noch schlechtes Frühstück kocht gehört sie eher zu den angenehmeren Mitbewohnern. Weg musste sie dann trotzdem.
Für alle die es bisher noch nicht so genau wussten (dieser Personenkreis duerfte relativ üppig ausfallen, da auch ich bis zu meiner Ankunft nicht so ganz wusste, was mich das nächste Jahr beschäftigen wird) beschreibe ich hier nochmal meine Tätigkeit als Zivildienst leistender bei der AAE (Asociatión Agricultura Ecologica).
Generell ist die AAE in zwei ungleiche Teile zu teilen. Der weitaus grössere Teil der Arbeit und Ressourcen fliesst in die Arbeit mit den Bauern in den Nucleos (Im richtigen Hinterweltlerland, im Gegensatz zu der eigentlich relativ grossen Stadt, in deren Nähe ich wohne).
Diesen Teil der Arbeit übernehmen die Technicos, meist Bauern oder Studenten mit dem nötigen Wissen. Technico ist kein Full-Time-Job, sondern nimmt etwa sechs Tage im Monat ein.
Der kleiner Teil sind wir: das Ecocentro. Das Ecocentro liegt etwa 3km ausserhalb der Stadt und beherbergt ausser üppiger Flora und Fauna (zu der ich später noch schreiben werde) folgende Personen:

Luis, Präsident der AAE, mein Vorgesetzter und Sohn von Castañeros (weshalb er unheimlich verschwenderisch mit dem guten Castañaöl umgeht)

Max, der andere Zivi, jogliert viel und sächselt, ist aber trotzdem nett. (photo)

Sabine, studiert Agrarbiologie, kann nicht kochen und muss sich nurnoch zwei Monate mit mir rumschlagen. (photo)

Victor, der alte Zivi, der noch einen Monat absitzen muss.

mometan Miguel, der bei uns abhängt und uns auf dem Feld hilft, solange er nicht studieren kann. An der Uni ereignete sich nämlich folgende Geschichte. Gelder wurden veruntreut, Bäume von Professoren gefällt und verkauft, die auch dann unter Gefängnisstrafe geschützt sind, wenn sie nicht der Uni gehören und dann, dann passierte ersteinmal nichts. Das hat die Studenten dann so empört, dass sie die Uni dichtmachten und einige sogar nach einem Hungerstreik ins Krankenhaus geschleppt wurden. (photo)

und natürlich meine Wenigkeit.

Auf den zum Ecocentro gehörenden 7ha Land wird das exemplarisch praktiziert, was die AAE zu vermitteln versucht: Ökologische Landwirtschaft. Erhaltung der Primärwälder, sowie deren Anreicherung mit Frucht- oder Holzbäumen und ein vernünftiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Selbst arme Bauern besitzen hier etwa 30ha Land, von dem nur etwa zwei gleichzeitig genutzt werden. Sobald diese beiden nichts mehr hergeben (der Boden also ausgelaugt ist), werden zwei andere niedergebrannt, die alten Felder dem Wildwuchs überlassen. Diese Methode schadet nicht nur dem Boden über kurz oder lang, sondern vernichtet auch unnötig viel Wald.
Der Ökologische Landbau baut auf gemischten Anbau von unterschiedlichen Pflanzen (mit unterschiedlichen Nährstoffkonsum), Legominosen, wie Mukuna oder Cuzú, und Forstwirtschaft.
(Legominosen sind Pflanzen, die den Boden mit Nitrat anreichern und ausserdem dem Unkraut kein Durchkommen ermöglichen. Die in Deutschland meistgenutzte Legominose ist Klee)

Zur Arbeit auf dem Feld ein ander mal.
(photos von den anderen pholgen)

Samstag, 12. Juli 2008

aceite de castania

Eines der typisch peruanischen Prudukte sind ist die Castania (Paranuss). Sie werden von den Castanieros gesammelt, die obwohl die Nuss nur in zwei Monaten im Jahr gesammelt werde kann, das ganze Jahr damit beschäftigt sind. Die Eltern von Luis sind solche Castanieros und so kommen wir an diesen Sack voll Nüssen in tertiärqualität. Alle zusammen sitzen wir um den Tisch und schneiden schlechte Stellen aus den Castanias. später werden sie gemahlen und zu Öl verarbeitet um das sich so einige Legenden ranken. Es soll gut gegen Krebs sein, die Haut geschmeidig machen und der Fruchtbarkeit verhelfen. Lecker und gesund ist es aber auf alle Fälle. Die Bauern erzählen sich, drei Castanias anstelle eines Frühstückes lassen dich härter arbeiten und länger leben. Gerüchte solcher Art gibt es eine Menge. Ich werde sie nach und nach hier einfliessen lassen.

el paro

Ich weiss ja nicht, wer es schon mitbekommen hat, aber der Grund, weswegen ich mich tagelang in Schweigen gehüllt habe, ist ein Streik. Ein drei Tage langer Generalstreik um genau zu sein. Drei Tage lang kein Motorad oder Auto auf der Strasse und kein eiziges Geschäft geöffnet. Mit einer Atemberaubenden Solidarität hat sich jeder daran gehalten. In Deutschland kaum denkbar, wo selbst ein Bahnstreik (Ein halber, wenn überhaupt) die Nation entzweit.



Der Grund für den Streik sind eine Reihe von Gesetzen, die dem Freihandelsvertrag folgten, den Alan Garcia, Präsident Perus, vor einiger Zeit mit den USA schloss. Bevor ich zu den Gesetzen komme, ein paar Worte zu Alan Garcia. Das letzte Mal, dass Garcia das Präsidentenamt innehatte endete dies in einer (höchst inflationären) Inflation. Die Wut der Bevölkerung trieb ihn nach Frankreich ins Exil. Von dort kam er dann irgendwann wieder und liess sich mangels Alternativen erneut zum Präsidenten wählen. Garcia ist gross und fett (http://www.presidencia.gob.pe/images/alan_garcia.jpg), eigentlich ziemlich untypisch für einen Peruaner (weshalb böse Zungen behaupten er sei in Wirklichkeit Chilene). Ihn im Fernsehen zu sehen muss wohl auch deswegen fast schon witzig sein, weil er es schafft, "freier Handel" und "Liberalisierung der Märkte" in jeden Satz einzubauen. Ausserdem hat er das grösste Gehalt unter den Lateinamerikanischen Präsidenten, obwohl Peru ein vergleichsweise armes Land ist. Während seiner Exilzeit zahlte man ihm seine fette Pansion nicht. Nun hat er, wieder im Land, den peruanischen Staat (dessen Präsident er ist!) verklagt um an jenes Geld zu kommen.


Nun diese Gesetze sehen also in etwa so aus: Das Land soll gerechter verteilt werden (also den Armen genommen und Privatinvestoren verkauft). Deswegen wird all jenes Land, welches nich genutzt wird (also vor allem solches auf dem noch Wald steht) verstaatlicht und denen (gegen ein kleines Entgelt) gegeben, die etwas damit anfangen (also vor allem ausländische Konzerne, die dort Biodiesel produzieren wollen).


Scheinbar scheint sich niemand vorstellen zu können (oder wollen), dass auch ein Stück Wald (die Umwelt mal beiseite) Nutzen haben kann, wie etwa zur Jagd, für Holz oder zum Sammeln von Früchten und Nüssen.



Irgendwann hat es den Peruanern, vor allem aber den Bewohnern der Selva, schlicht gereicht, das sie vollständig ignoriert wurden. Ein Streik wurde organiesiert und angekündigt, keine Reaktion von seiten der Regierung.


Da mein Chef Luis als Präsident der AAE (Asociación de Agricultura Ecológica; http://www.aae.edu.tc/) mitmischen will machen wir uns am ersten Streiktag ab in die Stadt. Dort ist wirklich alles dicht. Kein Geschäfft hat geöffnet. Strassensperren in Form von Streikposten, Baumstämmen und Nagelbrettern hindern die sonst so zahlreich vorhandenen Mopeds, wir auch Fernfahrer mit ihren LKWs am durchkommen. Protestmärsche mit Schildern, Transparenten, Rasseln und Stöcken mit Nägeln (zum Reifenaufstechen, da Fahrverbot) bewaffnet. Ein Recht seltsam anmutendes Bild, da keine wirkliche Öffentlichkeit, kein Publikum vorhanden ist. Es streiken mehr Menschen als die Stadt Einwohner besitzt, da auch Bauern, Minenarbeiter und Castanieros von ausserhhalb gekommen sind. Auf dem Plaza de Armas ("dem Hauptplatz") finden Reuniones wie diese statt. Die Nativos (Staatsbürger, die ihre ursprüngliche Lebensweise im Wald beibehalten haben) sind mit Federschmuck, sowie Pfeil und Bogen gekommen.






Als am Ende des Tages noch keine Reaktion von der Reagierung gekommen ist drängen einige Parteien auf eine Radikalisierung des Streiks. Ausser dem Bürgermeister, der den Streik unterstützt, befindet sich kein hoher Beamter mehr in der Region Madre de Dios. Der Präsident der Region, Kaway, ist schon lange verschwunden.


Dienstag, dem zweiten Streiktag, bringen wir den Streikenden Zitronen und (Koch-)Bananen. Da am Vortag nach Anbruch der Dunkelheit Menschen mit grossen Steinen sowie Pfeil und Bogen bedroht worden sind brechen wir schon früh auf. Auf die Drohung wichtige Gebäude wie etwa Regierung und Flughafen zu besetzen, werden diese von Polizei bewacht, das Kraftwerk gar vom Militär. Die Konzentration der Schilde im Protestmarsch sinkt, die der Reifenstecher steigt.




Mittwochs verlassen wir die Stadt vor der geplanten Zeit. Wir sitzen im Gebäude der Bauernvereinigung und dann: meine Nasenschleimhäute fangen an zu brennen, dann tränen die Augen. Die Peruaner erkennen schneller als ich: Reizgas. Ein paar Strassen weiter ist das Regierungsgebäude besetzt worden, das Gas wirkt bis hierhin. Miguel, zu Gast bei seinen Grosseltern, musste sich gar in Tücher gewickelt unters Bett legen um dem Tränengas zu entgehen.

Als dann nicht weit weg dicker schwarzer Rauch aufsteigt machen wir uns aus dem Staub.

Im Fernsehen sehen wir nicht nur Bilder des Streiks im ganzen Land, sondern erfahren auch: der Rauch kam aus dem Regierungsgebäude, dass mitsamt Autos, Computern und Akten angezünet wurde (durch Brandpfeile). Nachts gibt es die ersten Verhaftungen, Don Pedro schläft mit Hosen, um im Falle einer Verhaftung vorbereitet zu sein.

Ich hab überlebt und bleibe euch erhalten =)


































Sogar die deutsche Presse hat es ja wohl mitbekommen (http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/verletzte-bei-generalstreik-in-peru/) auch wenn der Artikel aus meiner Sicht ein wenig undifferentiert ist und der dazu abgegebene Kommentar rassistisch.

Dienstag, 1. Juli 2008

en fin...

ich bin im djungel, ich habe mein zimmer eingerichtet, das erste mal in einem haengenden bett geschlafen und den ersten tag auf dem feld gearbeitet.

im folgenden werde ich euch nach und nach einzelne themenbezogene posts verabreichen. dann auch mit bildern.

bis dann,
bleiben sie mir gewogen

Montag, 30. Juni 2008


Ein letzter Tag im Hotel und genug Zeit, meiner Kreativitaet freien Lauf zu lassen. Also habe ich dem Hotel ein kleines Geschenk da gelassen (Nein diesmal kein Secret Wall Tattoo http://www.secretwalltattoos.com/). Und, liebe Sammler, beruhigt euch, es ist nur eine Kopie.

Sonntag, 29. Juni 2008

La Selva


was fuer ein Flug! habt ihr den Wald gesehen? Ich bin erschlagen von der Groesse. Klar, man kann ihn sich auf der Landkarte ansehen und ja, er ist verdammt gross und ich habs auch gewusst. Aber gesehen hatte ich es nicht. Einfach phantastisch.

Naja, und weil ich die Wegbeschreibung zum ECOCENTRO verschlampt habe muss ich noch eine Nacht im Hotel verbringen und ihr kommt in den Genuss dieser wunderbaren Bilder. Ausserdem konnte ich das Deutschlandspiel sehen. Auch wenn sich mir da so einige Fragen aufwerfen, wie etwa: Warum hat Deutschland keine Tore geschossen? Warum hat Schweini cremefarbene Schuhe? Und wer ist der Kerl mit dem Reinhold-Messner-look-alike-Bart in unserer Abwehr? Morgen gehts dann so richtig in den Djungel.

Samstag, 28. Juni 2008






















Die Ordnung lässt noch ein wenig zu wúnschen übrig, aber hier habt ihr ein paar meiner Bilder.

In Reihenfolge: Der Leuchtturm von Miraflores, Miraflores vom Strand aus gesehen, Der Fels und die Brandung der schönen Pazifikküste, Blick vom Strand aus gen Sud und Surfer





The Lima Days

27.06.08 Miraflores, Lima de Peru
Ich habe den Tag bei meiner neuen Liebe verbracht und ihr beim Atmen zugehoert. Die Wellen brechen sich an der Kueste und man hoert und spuert sogar, wie jede einzelne die faust- bis kopfgrossen Kiesel, aus denen der Strand besteht, hin- und herrollt. Obwohl ich den ganzen Tag am Strand gesessen und gezeichnet habe, habe ich doch schon eine Menge Leute kennengelernt. Als erstes Jaime, einen brasilianischen Fotojournalisten, der mit meiner Motivwahl einverstanden war und sie promt adaptiert hat, dann Willibald alias "Willi", eine Strandpatroullie der Polizei, die sich fuer meine Bilder interessierte und schliesslich Paola, eine junge Koechin, die mich einlud in ihrem besonders guten Restaurant essen zu kommen. Auf der Suche nach einem Local esse ich eine koestliche Empanada, kopiere meine Zeichnungen fuer die Post und finde: El Angelito Verde, ein vegetarisches Restaurant. Das Essen schmeckt vorzueglich. Und dazu gibt es: INCA KOLA (Light). Inca Kola ist ein peruanischer Softdrink. Knatschsuess, neongelb und schmeckt nach Kaugummi (und die 500ml, die ich waehrend der Zeichnerei trank deckten etwa 10,3% meines Tagesbedarfes an Kalorien. Was auch der Grund ist, warum ich letztendlich auf Light umgestiegen bin.). Klingt schraeg, ist aber zu meinem neuen Lieblingsgetraenk avanciert.
Das peruanische Fernsehen (das mich in den Schlaf singt) hat eine Menge zu bieten. Mangels synchronisierter Filme ist man gezwungen die guten Streifen in der Originalsprache zu konsumieren (mit Untertitel). Also schaue ich amerikanisches Fernsehen und lerne die Phrasen aus dem Untertitel.

28.06.08 Miraflores, Lima de Peru
Seit meiner Ankunft bewundere ich (meist aus angemessener Distanz) die (Wellen-) Surfer, die sich am Strande Limas in die Brandung schmeissen. Nach einer kleinen Zeichentour habe ich es mich getraut. Ich mache die Bekanntschaft mit Pepe, dem Besitzer einer, komplett in einem Buesschen verstauten, Surfschule(http://wsurfing.tripod.com). Ich verpacke mich in einem Neoprenanzug, hoere, was mein Lehrer bekanntgibt, waerme mich auf, dehne mich und ... schmeisse mich in den Pazifik. Nach einer Stunde habe ich zwar das Prinzip verstanden, bin aber total im Eimer. Auch nach dem Verzehr peruanischer Schokolade und dem Genuss von Inka Kola (die 10,3% ... ihr wisst schon) halte ich nicht mehr lange durch. Ich schuettele Pepe die Hand und verabschiede mich auf naechstes Jahr.
Ich besuche einen Plattenladen, einen richtigen Plattenladen, mit Kassetten, natuerlich CDs und Platten. Die alternative Szene ist versammelt und stoebert, durch Raeucherstaebchen stimuliert durch das reichhaltige Angebot. Ich darf alles probehoeren (Soda Stereo, Los Fabulosos Cadillacos, Extremoduro...) und nehme dann auch eine mit nach Hause.
Auf dem Weg zum Bankautomaten lerne ich Percy Arrunategui kennen. Percy ist Fremdenfuehrer und so scheissfreundlich, dass ich anfangs dachte er wolle mein Portmonait stehlen oder mir Drogen verkaufen. Er begleitet mich ein Stueckchen, redet ueber den Djungel, den er liebt, wie ich die See, und gibt mir zum Abschied noch eine Lebensweisheit mit auf den Weg: "Remember: God always protects the strong!". Spaeter erhalte ich sogar, wie versprochen, eine Email von ihm:
Mother jungle, sholl me your secrets and give me knolage....sing for me,i want to know you,
fell you,
protect you ,
and learn about you...I want see,in to your eyes.

Der erste Tag

26.06.08 11:30 Madrid, España
Eine Ewigkeit sitze ich am Gate und almaehlich verdichten sich die puruanisch anmutenden Gesichter um mich herum. Ich nehme Platz im Flugzeug und wir steigen auf. Nachdem wir das letzte Stueck europaeisches Festland ueberflogen haben, folgen viele Stunden Flug ueber die unendlichen Blauen weiten des Atlantik, die ich mir vor allem mit viel Schlaf, Sophies Buch (George Simeon) und dem Astor-Piazolla-Channel des Flugzeugs verkuerze. Dann endlich: Land in Sicht. Nun zieht stundenlang erst unendliches Gruen, das ich fast ebenfalls fuer Ozean gehalten haette, dann eine unendliche Wolkendecke unter uns her. Voller Konzentration fuer das Ausfuellen der Einreiseunterlagen merke ich erst spaet, dass wir jetzt ueber Berge fliegen. Es dauert nicht mehr lange und wir sind da.

26.06.08 18:10 Lima de Peru (Wartezeit + Flug - Zeitverschiebung)
Ich merke, dass mein Spanisch noch ein wenig hakt, man verzeiht es mir aber und springt im Notfall auf Englisch um. Ein Taxi faehrt mich durch die Strassen Limas nach Miraflores in ein preiswertes Hotel. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich den Pazifik, der aus dem dunklen weisse Brandung an die durch Lichter gezeichnete Kueste schiebt. "¡ Loco, Loco!" schimpft der Taxifahrer ueber einen Rechtueberholer. Die Tachonadel, unbeeindruckt vom Verkehr bleibt die ganze Zeit gemuetlich auf Null stehen. Mit geuebten Feingefuehl bremst er gefuehlte 0cm hinter dem an einer Kreuzung stehenden Auto. Wir fahren auf die Klippen, wo hoch oben Miraflores mit seinen zahlreichen Hochhausern, wie eine Festung thront. Ich checke ein und bezahle zum ersten Mal mit Kreditkarte. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Strassen Miraflores und einem Blick auf meinen neu gewonnenen Freund. den Pazifik, lege ich mich ins Bett und lasse mich von schlechten peruanischen Telenovelas berieseln. Gute Nacht.