Montag, 20. Oktober 2008

Baltimoria - der goldene Strand


Als die Conquistadoren die damals hier lebenden Indios nach der Herkunft des Goldes fragten, zeigten diese nur auf den Fluss. Dem Fluss folgend drangen die Spanier tiefer und tiefer in den Urwald ein, setzten sich Strapazen aus und starben am Tropenfieber. Das erhoffte Gold fanden sie jedoch nicht. Es befand sich nicht am Ende des Flusses, sondern mittendrin. Stolz zeigt uns Julio, wie man das Gold wäscht. Er nimmt eine seine Schaufel, ein wenig von dem Sand, Kies und Matsch auf dem wir stehen, gibt Wasser dazu und beginnt mit kreisenden Bewegungen. Das schwere Gold sackt nach unten, erzählt er. Es ist nicht viel, doch man kann damit verdienen. 400 Schubkarren werfen etwa 5g ab, an einem Tag durchaus zu schaffen. Die Mineros, die Goldwäscher, die mit ihren hausbootähnlichen Holzflossen und grossen Saugrüsseln arbeiten, sind gemachte Männer. Erst neulich trug man unseren Freund Miguel von einer Geburtstagsparty zurück. Der Gastgeber war Minero, das relativ teure Bier floss in Strömen. Julio ist fertig, am Boden der hat sich ein feiner Glitzer abgesetzt: Gold, pures Gold. Um es verwertbar zu machen bindet es man mit Quecksilber, das die am Grund lebenden Fische verseucht, wir schmieren es uns auf die Haut, essen es. Es ist ein seltsames, magisches Gefühl über Gold zu spazieren. Kiloweise Gold, gut verteilt, aber allgegenwärtig.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hey rü,
sehr schön geschrieben!
ich bin grad deinen ganzen blog am lesen und ich bin begeistert!
wann kommst du wieder?
:)
thomas