Wer schon einmal Ferien in Spanien gemacht hat wird wohl wissen, dass es durchaus Gegenden gibt, in denen Ameisen eine grössere Präsenz besitzen als in unserern kalten heimischen Gefilden. In den Tropen ist nicht nur ihre Anzahl erheblcih grösser, sondern auch ihre Vielfalt. Im Land der Biodiversität gibt es unzählige verschiedene Sorten. Kleine, von der grösse eines Stecknadelkopfes, grosse, bis etwa 3cm habe ich schon gesichtet, rote (mit den Grossen, die schmerzhaftesten) und viele andere, wie etwa die mit massiven Kiefern ausgerüstete Blattschneiderameise.
Mit die sagenumwogenste Erscheinung sind aber die Chitaracos. Die Chitaracos sind ein Wandervolk. Nach und nach grasen sie Millimeter für Millimeter eine Gegend ab und nehmen alles mit was sie interessiert. Ihr Interesse wecken vor allem Eier anderer Insekten wie etwa andere Ameisen, Termiten, Bienen oder Wespen (die alle in der gleichen Fülle vorhanden sind wie Ameisen). Und hier setzt die Mythe ein.
Die Chitaracos nehmen die Eier mit in ihren, zwar mobilen, aber dennoch eindrucksvollen, Bau und behandeln sie dort so lange mit Hormonen, bis die Eier ausschlüpfen. Und was schlüpft aus den Eiern? Hier gehen die Erzählungen auseinander. Einige sagen Chitaracos, andere wiederum willenlose Insektensklaven, die den Chitaracos ihre Dienste erweisen. Auf jeden Fall aber brüten die Chitaracos auch ihre eigenen Eier aus und zwar in lebenden, aus Ameisen bestehenden, Fussballgrossen Säcken, die von Bäumen hängen.
Der ein oder andere will einen solchen Sack schon einmal gesehen oder auch mit Pfeil und Bogen durchschossen haben (worauf die Eier wie Reis aus einem Sack zu Boden fielen), Ich kann jedoch nur von ihrem Auftauchen im Ecocentro berichten.
Während etwa eines Tages durchkämmten sie das gesamte Gelände und räumten so manch einen Bau eines Insektenstaates aus. Sie sind bis etwa zwei Zentimeter lang und die Krieger sind mit furchterregenden Kiefern bewaffnet. Das erschreckendste jedoch ist ihre ungeheure Anzahl, so wie ihr ebenso promtes Kommen, wie Gehen, die eine derartige Mythenbildung nur allzu verständlich machen.
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