Am besten beginnen wir mit der Frage: ¿Wo macht der das überhaupt?
Zum Ecocentro, wo ich lebe und arbeite, gehören 7 Hektar Land (das Ecocentro 2). Diese liegen praktischerweise auf der anderen Seite der Strasse, etwa 10 bis 15 Minuten fussweg entfernt. Diese bestehen (nach dem Konzept der AAE) aus drei Bestandteilen:
Einem Stück Wald (leider kein Primärwald, aber inzwischen wieder stattlich herangewachsen), der keiner weiteren Pflege benötigt. Der Wald steht dort nicht nur für das Weltklima, sondern hat auch seinen praktischen Nutzen. Nach Bedarf kann ihm Holz oder Bambus zum Häuserbau entnommen werden. Grössere und ältere Wälder, wie sie die Bauern in den Nukleos besitzen können durchaus auch zur Jagd und zum Sammeln von Kräutern benutzt werden.
Ein Stück ist als Agroforstwirtschaft vorgesehen. Dort sollen Holz- und Fruchtbäume für die spätere Nutzung wachsen. Die ausgewachsenen Bäume werde ich leider nicht mehr erleben. Bäume brauchen ihre Zeit, etwa vier bis zehn Jahre sind je nach Baum eingeplant bis dieser mit der Produktion anfängt. Momentan wachsen dort zwischen den meist kaum einen Meter grossen Bäumchen prächtige Bananenstauden unterschiedlichster Sorten, die fleissig produzieren und Gemüse und Kräuter wie etwa Tomaten, Zwiebeln, Salat und Petersilie. Unsere Arbeit in diesem Teil beschränkt sich, neben dem Ernten, auf das gelegentliche Giessen und Befreien der Bäumchen vom Cuzú, der von uns eingesetzten Legominosen, die die nützliche Eigenschaft hat jegliches Unkraut (und natürlich auch jede Kulturpflanze, wenn man sich nicht um sie kümmert) ungefragt zu überwuchern und an seiner freien Entfaltung zu hindern.
Den dritten Part bildet das plane Feld, auf dem die Kultur- und Nutzplanzen wachsen. In einem Feld wächst beispielsweise Mais zusammen mit leider misslungenen Gurken und Wassermelonen, auf einem anderen werden Mandarinenbäumchen zum Aufpropfen und verkaufen grossgezogen, ein weiteres ist für Reis vorgesehen. Weitgehend plegelos wachsen im Agroforstwirtschaftsbereich verschiedene Bohnensorten und auch die Samen des Cuzú erzielen auf dem Markt ihren Preis.
Das also ist die Arbeit auf dem Feld: Einsammeln, Hacken, Graben, Pflanzen, Wasser tragen und mit der Machete allem ungewünschten (pflanzlichen) den Gar ausmachen.
Hinzu kommen Schälen von Bohnen, Castañas oder Bananen für den weiteren Gebrauch, Bauen von Hühnerställen, Wassertanks, Mobilar und Keimbeeten und seltenen Arbeiten, wie die Kontrolle eines Feuers.
Zum Teil ist dies schwere Arbeit. Vor allem das Macheten durch gut drei Meter grosses "Unkraut" oder das Auflockern angetrockneten Bodens mittels Spitzhacke sind nicht wenig anstrengend und selbst das Sammeln praktischerweise auf Hüfthöhe wachsenden Cuzúsamen kann unter der tropischen Sonne schweisstreibend sein. Doch es macht Spass. Nicht zu letzt, die selbst angepflanzten Bohnen und Bananen auf dem Mittagstisch wiederzufinden ist eine wahre Freude.
2 Kommentare:
Da ist die schöne meinedeineunsere Kette:) und bald werden auf diesem Bett europäische Pflänzchen wachsen wenn alles gut geht. Man sagt mir, dass die Samen im Flieger erfrieren könnten, aber ich werde sie gut einpacken.
Du wirst hier sehr vermisst!
Haa:) ich bin grad so begeistert, dass das hier jetzt doch funktioniert! Na da hat sich das krank sein und Schule schwänzen doch gelohnt. Küsschen deine Mone
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