3. September
Es fängt an wie immer. Wir ziehen einen peinlich sauberen Pfad um das machetete Gebiet, schaffen Wasser herbei und betrachten das knochentrockene Unkraut mit einem leichtem Kribbeln im Magen, während wir die Fackeln vorbeireiten. Dann geht alles sehr schnell. Luis geht die Südseite entlang, ich die Nordseite. Alle paar Meter senken wir unsere Fackel auf den Boden, bald brennt alles lichterloh. Die Flammen züngeln in den Himmel. Züngeln in den Himmel und formen meterhohe Wände aus Feuer und kleine Wirbelstürme. Die Luft ist sauerstoffarm, heiss und verraucht, sie atmet sich wie Kuchenteig. Immerwieder müssen wir direkt am Flammenmeer vorbei um nach dem Rechten zu schauen. Wir rennen. Das T-shirt wird zum Schutz vor der ungeheuren Hitze vors Gesicht gehalten. Auf der anderen Seite schnappen wir dankbar nach Luft. Der Adrenalinpegel ist hoch und zwei Stunden vergehen im Flug. Wir stehen vor einem halben Hektar Asche und haben Durst. Alles ist gut verlaufen. Hier und da treten die Flammen über die Ufer, doch wir halten sie im Zaum. Mein Hemd hat Brandflecken, die Sohlen meiner Gummistiefel haben durchs Austreten etlicher Flammen ihr jugendliches Antlitz verloren und schauen nun verknautschter, erfahrener aus, eher wie ein in den Sand gefallener Kaugummi.
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