Mittwoch, 28. Januar 2009

Eine Woche Grossstadt I

das Flugzeug hebt ab und wieder sehe ich den sich unendlich weit erstreckenden Urwald, mittendrin, zwei Flüsse und ein Dorf, das nur über Satelit ans Internet angbunden ist, ein Anblick, der soviel sagt über die sieben Monate, die ich dort lebe.

Nun aber geht es ersteinmal nach Lima. Dort holt man mich vom Flughafen ab, ein Glück. Ich bin die ganze Woche bei der Familie von Carmen eingelagert, einer Freundin, die ich in Puerto gemacht habe. Wir starten ersteinmal mit einer Stadtführung: Plaza San Martin, Rio Rimac, Plaza de Armas. Dort werden wir abgeholt. Je weiter man sich von der Innenstadt und ihren Kolonialbauten und modernen Fassaden entfernt, desto grau-brauner wird alles. Die ganze Stadt ist grau-braun, wo dem feinen Staub nicht mit bunten Farben und ständigen Wischen entgegenarbeitet. Der Staub und die, einer Mondlandschaft entnommen scheinenden, Hügel, die die Stadt umringen, sie machen mir bewusst: Wenn hier, wo ich gerade stehe, nicht Lima wäre, wenn hier nicht ein Drittel der Bevölkerung Perus leben würde, dann wäre hier auch Wüste, nicht mehr als Geröll und Sand.

Ich stehe auf dem Dach des Hauses der Palaminos, einem wunderbaren Ort, von dem man ganz Carabayllo Ueberblicken kann, bei guter Sicht sieht man bis auf die Innenstadt - immerhin anderthalb Autostunden entfernt. Ein leichter Niselregen faellt auf das Dach, dort wo eine Staubschicht auf dem Beton liegt verschwinden die Tropfen da wo sie fallen. Alberto holt mich zum Mittagessen ab: Cebiche. Er erwähnt: Stärker regne es hier nie.

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